Auf-dem-Weg2

Bretagne 2012

 
 
Küstenwanderung in der französischen Bretagne in mehreren Jahresetappen ab September 2012.
 
Über drei Wochen wanderten Solange und Rolf  auf der 1. Etappe an der bretonischen Atlantik-Küste entlang, ganz im Nordwesten von Frankreich.

Mehr über Land, Wasser und Leute unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bretagne .

Solange will Rolf die keltische Heimat ihrer Vorfahren zeigen. Der Weg begann am Mont Saint Michel, der noch in der Normandie liegt, und geht dann über 1.700 km an der gesamten Küste der Halbinsel entlang zunächst nach Westen und dann später nach Süden. Wieviele Jahres-Etappen es werden, wissen wir noch nicht.
 
                   
 
Wir gingen auf dieser 1. Etappe über ca. 270 km vorwiegend den überregionalen Wanderweg GR 34.
Hier http://gr-infos.com/gr-de.htm sind 18 Luftaufnahmen vom ganzen Weg zu sehen und zu vergrößern..
 
.Der Startpunkt Mont Saint Michel ist auf dieser Karte (Eine Insel im Meer östlich von Saint Malo an einem flachen Poldergebiet liegend) nicht zu sehen. Vor Saint Malo beginnt dann die typische, malerisch  zerklüftete, felsige Küste.  
 
   
 
 
Die Bretagne wurde von irischen Mönchen christianisiert. Die gaben mit ihren Namen mit einem vorangestellten "Saint" die Bezeichnungen der Orte, wo sie gewirkt haben.
 
                        
 
Der heilige Berg im Meer (der Zugang vom Festland war nur bei Ebbe möglich) war im Mittelalter nach Rom und Santiago de Compostella die drittwihtigste Pilgerstätte in Europa.
 
                    
 
Heute erreicht man die Insel jederzeit über einen künstlichen Damm
Wir kamen bei Ebbe an.
Der dort einmündende Fluss Couesnon wird bei Flut zurückgestaut.
 
 
                       
 
Ein gigantisches technisches Projekt mit an der Mündung eingebauten Schleusen soll verhindern , daß der Fluss total versandet: bei Flut setzt sich der mitgeführte Sand und Schlamm vor den Schleusen ab und wird mit zunehmender Ebbe zurück ins Meer gespült.
 
 
 
     
Die heute wieder in Betrieb befindliche, mittelalterliche Klosteranlage auf  dem 60 m hohen Felsen im Meer war während der französischen Revolution ein Gefängnis.   
 
   
     
         
 Einmal konnten wir den Felsen bei Ebbe komplett umrunden. 
 
  
 
                                              "When I  find myself in times of trouble,
                                                         Mother Mary comes to me
                                                         Speaking words of wisdom,
                                                                      Let it be !"
                                                     (Paul McCartney, 1969)
 
                    
 
Man hat sogar noch einen genügend großen, ebenen Platz für einen Kloster-Kreuzgang auf dem schlanken Felsen geschaffen.
 
 
  
 
 
Der erste Anfang des Heiligtums war 708 n.Chr.  von Aubert, dem Bischof vom nahe gelegenen Avranches, zu Ehren des Erzengels Michael gelegt worden.
 
 
 
Im Zuge einer Renaturierung wird z.Z. ein auf Stelzen gebauter Steg gebaut, mit
dem der künstliche Damm ersetzt werden soll. 
 
   
 
Wir entfernten uns durch die Landgewinnungs-Polder nach Westen auf unserem Weitwanderweg GR 34.
 
http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_001.htm
 
                        
                   Noch von Weitem ist der markante Felsen auszumachen.
 
 
 
Wir folgten weiter dem GR34  z.T. durch  ein dichtes Waldgebiet.
 
 
   
 
 
Meistens lagen größtenteils recht komfortable Privat-Quartiere (Chambres d´Hotes) mit persönlicher Ansprache und Tipps für Sehenwürdigkeiten am Weg.
 
 
 
 
 
 Der nächste größere Ort ist Dol de Bretagne  (hier das Rathaus)....
 
 
 
 ... mit schönen Fachwerkhäusern.
 
 
 
 Der weithin sichtbare alleinstehende Berg Mont Dol hat natürlich eine Windmühle.
 
 
 
 Nun erreichten wir endlich den offenen Atlantik.
 
 
   
 
  
 
 
Die breiten Strände mit betonhartem, feuchtem Sand bei Ebbe erlauben das schnelle Strandsegeln.
 
 
 
 Der nächste, weithin bekannte Seeort ist Cantale mit felsiger Küste.

 
 
  
  
 
Schöne Villen haben eine aussichtsreiche Lage...
 
 
 
 ... mit überwältigendem Blick.
 
   
 
 
 
Die Küste wurde immer zerklüfteter und wir kamen bald an die erste vorgeschobene Felsspitze, die Pointe du Grouin mit Wetterstation.
 
                   
 
Der sehr gut markierte und beschilderte GR34 ließ uns auch die üppige Vegetation erleben.
Das milde Klima in der Nähe des Golfstromes macht sie möglich.
Frost gibt es dort im Winter nicht.
 
 
  
 
 
Dieses Fort aus dem Jahr aus dem Jahr 1180 braucht natürlich einen sehr tief gehenden Süßwasser-Brunnen.
 
 
 
Der Weg verläuft teilweise sehr gut windgeschützt durch hohe Hecken...
 
 
  
...immer auf und ab durch die zahlreichen Buchten und um die Felsspitzen. 
 
                 
 
Hier wieder ein sehr gemütliches Chambre d´Hotes in Guimorait. Der Gastgeber hat uns wertvolle Tipps für die Stadt Saint Malo gegeben.
 
 
 
Das Wetter meinte es gut mit uns. Wenn es mal kurz regnete, dann "spuckte" es - wie die einheimischen Bretonen sagen -  nur ein paar Tropfen.
 
 
 
Jeder hat dort ein Boot, das natürlich bei Ebbe trocken fällt. Oft haben sie sogenannte Kimkieler-Boote, die beim Trockenfallen nicht schräg liegen oder umkippen.
 
 

 

Nun hatten wir nach 6 Tagen und ca. 90 km die reiche Hafenstadt Saint Malo erreicht. Die Altstadt  innerhalb der Mauern (Intra Muros) ist eine vom Meer her uneinnehmbare Festung

 

 

   

Zwischen Intra Muros und Rotheneuf  (dort war unser Quartier) gibt es einen km-langen herrlichen Sandstrand und eine grandiose Uferpromenade.

 

       

Mit einem Metall-Suchgerät suchen "Schatzsucher" den Strand nach verlorenem Schmuck oder Geld ab.

 

       

Hier das vorgelagerte Fort National (gegen englische Überfälle) und vorne die als Wellenbrecher dienenden Eichenpfähle.

 

 

Das auch bei Ebbe tiefgehende Schwimmbad ist einer nur bei Ebbe erreichbaren Insel vorgelagert, auf der der berühmte französischen Schriftsteller Chateubriand begraben ist.   

 

 

 

Die repräsentativen Gebäude der reichen Corsaire (vom König lizensierte Seeräuber vor der Atlantikküste) und Handelskontore dienen als Kulisse z.B. bei Hochzeits-Aufnahmen.

 

 

Die an der Uferpromenade angebrachten Schilder warnen vor hohen Wellen, ....

      

 

 

 

 

....offensichtlich zurecht, auch bei scheinbar harmlosem Wetter.

 

       

Auf der Uferterrasse des Hotel des Thermes kann man bei Meeresrauschen Austern mit Champagner schlürfen.

 

                   

Ein historischer Windjammer ist im alten Hafen zu besichtigen

.

                

Im Nachbarort Sa Servan ist der Solidor-Turm mit einer Ausstellung über die berühmtesten Kap-Horn-Umsegler (sturmgepeitschte antarktische Landspitze Südamerikas) zu sehen...

              

   ...mit einem schönen Blick auf die Bucht und auf Saint Malo mit Hafeneinfahrt. Auch in Sa Servan sind noch schwere Verteidigungsstellungen (Geschütz-Bunker als Teil des Westwalles) der Deutschen Besatzung aus dem 2. Weltkrieg zu sehen.      

 

Von Saint Malo setzten wir mit einer Fähre nach Dinard über , einem Rentner-Paradies mit mildem Seeklima und entsprechend südlicher Vegetation.

http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_003.htm 

 

 

 

Zwischen Saint Malo und Dinard ist auch die tiefgehende Hafen für die Fähren und Kreuzfahrtschiffe nach England und zu den Kanalinseln  Jersey und Guernsey. 

 

 

   

 

 

 

 Herrliche Villen auch hier wieder an der Steilküste....

              

 

   

 

 ....und wieder ein von den Gezeiten unabhängiger Swimmingpool

  

 

Wir gingen wieder weiter über den Wanderweg GR 34 durch viele malerische Buchten (hier der alte Patroullienweg der Zöllner).

 

 

 

 

 Der nächste Ort ist Saint Lumière mit einer eigenwilligen romanischen Kirche.

              

 

Nach Ende der Sommersaison werden die Begrenzungsbojen des Badeteils am Strand eingesammelt.

 

 

 In Lancieux bezogen wir wieder ein hervorragendes Privat-Quartier...

    

 ....mit sehr freundlichen Gastgebern. Hotels sind in dieser einsamer werdenden Gegend seltener und meist auch schlechter.

               

 

Auch hier galt es wieder ein flaches Polder-Gebiet über einen Damm zu durchqueren. Der war aber so zugewachsen mit Dünengras, dass wir z.T. durch die matschigen Polder laufen mussten.: ...

  ,

 ...ein schwieriges und gefährliches Unterfangen .

             

 

Bei Saint Jaqut fanden wir bei Ebbe die schönsten Muscheln.

 

 

             

 

                

 Das kühle Meerwasser ist eine Wohltat für die geplagten Füsse

               

 

Das zerstörte Chateau Guildo gibt dem nächsten Ort Guildo de la Mer den Namen.

   

 

An der ganzen nun folgenden Küste werden Miesmuscheln (moules)kultiviert und mit besonderer Technik von den bewachsenen Holzpfählen geerntet. 

  

 

  

 

Die hier von England anlandenden Pilger nach Santiago de Compostella wurden in dem Maison Templiere im Hafen Port a la Duc im Mittelalter vom Templerorden betreut.

               

 

 Auch hier wieder ein flaches Poldergebiet.

  

 

Auf dem Weiterweg fanden wir Zapfen an einem Nadelbaum, die wie mit Schokolade überzogen aussahen und...

 

 ...die kleinen so roh ungeniessbaren Äpfel, die die Bretonen zu dem berühmten Apfelwein (Cidre) verarbeiten.

 

             

 

Saint-Cast-le-Guildo besticht mit seinem roßzügig ausgebauten Yachthafen .

 

 

Die ca. 400 Schife fallen und steigen mit ihren Liegeplätzen an den Anlagestegen die ca. 10 m bei Ebbe und Flut an den Phählen auf und ab.

              

 

 

Auch hier fanden wir wieder ein excellentes Quartier mit hilfreichen Gastgebern und internationalen Gästen.

 

                  

 

An einem einmündenden Bach fanden wir eine verfallene Mühle.

 

 

Wir näherten uns an der einsamen Felsküste (Cote d´Armor) dem Fort la Latte, das zeitweilig der mit den Grimaldis von Monaco verwandten Familie Goyon aus dem nahe gelegenen Matignon gehört hat.

 

 

 Der Weg zum Fort mit altem Baumbestand ist wie das Fort beeindruckend.

               

 

  

 

Fürst Albert von Monaco war in diesem Jahr 2012 als Gast im Fort.

  

 http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_004.htm

                

 

 Die bunte Vegetation wird gegen die Wasser- und Wind-Errosion sehr gepflegt.

               

 

Vom Fort la Latte aus ist das Cap Frehel mit seinem 35 m hohen Leuchtturm gut zu sehen.

               

                

http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_005.htm 

 

Auf der anderen Seite der Halbinsel wird die wegen der meistens grünen Farbe des Meeres die Smaragd-Küste genannt.

                

 

 

 

  

 

 Eine üppige Vegetation ist am Wegesrand zu bewundern.

 

 

  

 

 Fast unberührte riesige Sandstrände laden bei Ebbe zum Abkürzen des Weges ein. 

 

 

http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_006.htm 

 

  

 

Erqui und Pleneuf-Val-André sind die nächsten bezaubernden kleinen Seebadeorteauch mit Strandseglern.


  

 

Dahouet, der kleine Fischer- und Sportboot-Hafen, liegt in einer natürlich geschützten Bucht mit Leuchtturm an der Einfahrt.

  

 

  

 

Ein Fischer verkauft seine frischen Meeresfrüchte direkt an seine Abnehmer.

              

 

 Der GR34 führt teilweise auch ein wenig ins Landesinnere, ...

 

 

...dann aber wieder auf und ab am Küstenpfad entlang.

             

 

Wir näherten uns Saint Maurice, einer kleinen Kapelle, in der die Seefahrer für eine glückliche Heimkehr beten.

 

 

 

 

 

Kreuze am Weg als Wegweiser findet man schon, aber seltener als am Jakobsweg in Frankreich.

             

              

 

Eine Flussmündung galt es wieder zu überqueren, um von Hillion im Osten nach Saint Brieuc - unserem Ziel im Westen - näher zu kommen. Dazu mussten wir dem Fluss ins Landesinnere - noch dazu bei Regen - folgen, bis die nächste Brücke kam.

   

 

Die Einfahrt nach Saint Brieuc ist großzügig auch für größere Schiffe geeignet.

   

 

Gesäumt wird die Einfahrt durch illegal gebaute, aber reizvolle Hütten auf Stelzen am Ufer.

   

 

  Hier wohnen gemütliche Leute. Das sieht man schon.

   

 

Unweit davon eine andere Bauweise, das Schloss Rohaneck, dessen Park in die Stadt Saint Brieux hineinreicht.

   

 

Von der Altstadt - hier die Kathedrale - ist gemäß der Erinnerung von Solange  nicht mehr so viel übrig geblieben. Dafür gibt es die üblichen Ladenketten wie in anderen größeren Städten auch.

  

 

  

 

 Hier noch ein paar belassene Fachwerkhäuser.

   

 

Entschädigt hat uns die beeindruckende Steinplastik "Die Form entsteht aus der Materie" (Schöpfungsakt) vom Sohn der Stadt und Mitglied der Ehrenlegion Le Goff.

  

 

  

 

              

 

Solange hat am Abend oft Muscheln (moules) gegessen, manchmal mit Rolf auch einen frischen Seefisch. 

 

 

Die Bretonen haben eine eigene Sprache erhalten - hier ein paar Worte auf der Serviette im Restaurant. Die Sprache enthält angeblich noch Elemente der keltischen Sprache. Die Römer haben im Gallischen Krieg (Caesar: De Bello Gallico) die Kelten fast überall besiegt und verdrängt in Europa, aber im äussersten Nordwesten in der heutigen Bretagne haben sie sich noch halten können.


                 

 

Uns hat es in der belebten Saint Brieuc nicht gefallen, deshalb sind wir mit dem Bus am Nachmittag nach Norden, nach Binic gefahren, wo wir am Ende der Wanderung mehrere Tag geblieben sind.


  

 Hier die Hafeneinfahrt nach Binib bei Ebbe.

 

  

 

Bei kurzen Ausflügen von Binic aus haben wir auch einen Regenbogen erlebt.

 

 

Auch hier gibt es wieder gezeiten-unabhängige Boots-Anleger.

 

 

 

 Das historische Fischerboot "lougre" (engl. "lugger", ein Zweimaster mit Lateiner-Segeln) ist auch heute noch in Betrieb.

 

 

 Das Klima lässt schöne Bepflanzungen zu.

 

  

 Dieses Domizil auf einer einsamen Insel kann man mieten.

 

              

 

 Kleine Ausflüge zu Fuß nach Etables-sur-Mer und Saint-Quay-Portrieux....

 

 

 

 

  

 

  ...zeigen die Schönheit der Buchten und Strände.

              

 

Die Windmühle funktioniert noch: Wie eine Jalousie wird das Segeltuch über die Flügel gezogen ...

            

  ...und an den Klampen fest gemacht.  

 

 

Abschied von Binic bis zum September 2013..

 

 

Über Rennes ging es mit dem Regionalzug TER und ab Paris (Gare de l´ Est) mit dem Schnellzug TGV in 10 Stunden nach München zurück.

 

 

Und so geht mit der nächsten  Etappe  weiter an der Rosa-Granit-Küste z.B. bei Ploumanach:

http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_008.htm

 
 
 

 

 

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