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Osterspuren April 2012

 

                               

 Osterspuren im April 2012



Zum Einstimmen auf dieses frohe Fest zur Auferstehung Christi hier das begeisternde Gedicht, welches Johann Wolfgang Goethe seinem Dr. Faustus in den Mund gelegt hat:


                                                 Osterspaziergang

              Faust:

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer kornigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß, in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!"



Solange und Rolf haben nach Ostern 2012 irgendwelche Osterspuren im Alpenvorland gesucht.

Im Pfaffenwinkel auf dem Weg zwischen Weilheim, Böbingen, Rottenbuch, Steingaden und Wies gibt es eine Fülle von baulichen Osterspuren vor allem aus der Zeit des Rokoko.

 

   

                           Das Tor zum Himmel (Porta Caeli)


 

           von Weilheim Bahnhof aus am Hohenpeißenberg vorbei über Böbing,

 

 

 

                                      mit klarer Sicht nach Süden zu den Alpen,

 

                         

                       den Hohenpeißenberg haben wir im Norden liegen lassen,

 

    

                            zur Klosteranlage Rottenbuch geht es steil hinauf,

 

                     

                                die Klosterkirche mit wunderschönem Interieur,

                     

 

                          der Rokoko-Himmel lässt der Phantasie freien Lauf,

                   

                          dort ist es wohl so viel schöner als hier auf Erden;

                   

                   bei der Säkularisation 1803 wurde auch dieses Kloster enteignet;

       heute sind die Don Bosco-Schwestern dort drin (die Salesianer Don Boscos  sind im  Benediktbeuern-Kloster),

                 

 

                  

 

            zum Prämonstratienser-Kloster in Steingaden sind es nur 12 km,

    

                 auch hier wieder die herrlich verspielte Rokoko-Ausstattung,

 

 

 

 

 Drei Kilometer weiter haben die Prämonstratienser 1745 bis 54 vom Meister Dominicus Zimmermann die Rokoko-Perle der Wieskirche mitten in der Landschaft erbauen lassen.

 

                           mehr zur Kirche "Zum gegeißelten Heiland"  in

                                 http://de.wikipedia.org/wiki/Wieskirche

 

 

  

 

                     

                                 

 

                                     der Blick nach oben ist überwältigend,

   

 

  

 

                     hier haben wir viele, überzeugende Osterspuren gefunden,

  

 

 

 

 

 

                     

 

 

 

                  

 

 

 

 

 

                    

 

 

   ..am Ende des Tages ging es auf dem Weg von der Wieskirche über Bad  Kohlgrub nach Murnau und dann mit dem Zug nach München zurück.

 

                                                                     ***

 

 Von Uffing am Staffelsee geht eine weitere Fahrradtour westlich um den Staffelsee herum durch das Murnauer Moos westlich an Murnau vorbei. .

 

 

Der Blick auf den Herzogstand (links), den Grillparzer Weg auf dem Gebirgskamm bis zum Heimgarten (rechts) wird uns die nächsten 20 km immer begleiten. Die Föhnwolken im Süden und der entsrechende warme Wind von Süden sind ein Hinweis auf  eine Wetteränderung.

 

Im Eschenloher Moos bei Schwaigen stoßen wir wieder auf den Voralpen-Radweg vom Bodensee zum Königssee, dem wir bis Eschenlohe nach Südosten folgen. 

       

                                           üppige Wiesen im Alpenvorland.

                  

 

    Nun sind wir dem Gebirgskamm zwischen Herzogstand und Heimgarten schon  näher.

                

 

         Vor Eschenlohe haben wir einen schönen Blick auf das Ettaler Mandl.

                   

 

  

 

Auf der gegenüberliegenden Seite der Loisach ist der Gebirgskann nun recht nahe.

 

Beim Blick von Eschenlohe nach Süden über die Loisach hinweg können wir auch die Alpspitze mit ihrer markanten, verschneiten Schrägflanke (links) und die Zugspitze (Deutschlands höchster Berg, rechts) sehen.

   

 

ein schönes Bauernhaus in Eschenlohe an der Abzweigung vom Bodensee-Königssee-Weg weg durch das Eschenlainen-Tal steil nach oben auf 802 m Höhe zum Walchensee

 

 

Das Eschenlainen-Tal ist eines der wenigen Voralpentälern, das von Westen nach Osten verläuft.

                  

 

Nach 9 km durch das enge Tal auf anstrengendem Schottergrund und durch eine Wasserfurt erreichen wir nach zweieinhalb Stunden den Walchense. Dort trefffen wir  auch wieder auf einen Teil des Jakobs-Pilgerweges nach Südwesten.

                           

Am Walchensee haben wir einen kurzen Blick auf die noch verschneite Benediktenwand (1.811 m hoch).

                   

                  Der Walchensee hat einen auffallend niedrigen Wasserstand .

 

Durch die Jachenau (auch eines der wenigen von West nach Ost verlaufenden Täler) geht es dann leicht bergab und entsprechend  flott nach Wegscheid und Lenggries, wo wir nach 70 km auf den Rädern wieder in den Zug nach München steigen können.

 

 Nach den erlebten natürlichen Osterspuren können wir nun in dem folgenden Gedicht einige menschliche Osterspuren entdecken:    

                     

                             Da kannst Du Osterspuren finden

 
                                               Wenn mir einer die Frage stellt
nach Osterspuren in unserer Welt,
muss ich nicht schweigen,
will ich ihm zeigen, wo und wann
heute geschieht, was damals begann,
als Ostern seinen Anfang nahm.
 
Wo einer dem andren neu vertraut
und ihm eine Brücke baut,
um Hass und Feindschaft zu überwinden -
da kannst Du Osterspuren finden !
 
Wo einer am Ende nicht verzagt
und einen neuen Anfang wagt,
um Leid und Trauer zu überwinden -
da kannst Du Osterspuren finden !
 
Wo einer das Unrecht beim Namen nennt
und sich zu seiner Schuld bekennt,
um das Vergessen zu überwinden –
da kannst Du Osterspuren finden !
 
Wo einer das Unbequeme wagt
                                                 und offen seine Meinung sagt,
um Schein und Lüge zu überwinden –
da kannst Du Osterspuren finden !
 
Wo einer gegen die Strömung schwimmt
und fremde Lasten auf sich nimmt,
um Not und Leiden zu überwinden –
da kannst Du Osterspuren finden !
 
                                           Wo einer Dich aus der Trägheit weckt
und einen Weg mit Dir entdeckt,
um hohe Mauern zu überwinden –
da kannst Du Osterspuren finden !
                                                                           Reinhard Bäcker

 

    

 

 

                                                       ***

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